CPU-Museum

Im Laufe der Zeit haben sich in einer verstaubten Kiste im Keller so einige mehr oder weniger alte CPUs angesammelt. Manche davon (wahrscheinlich die wenigsten) entstammen von PCs, die ich mal hatte und die irgendwann mal in den Schrott gewandert sind. Viele andere sind von Freunden oder Kollegen, die das gleiche Problem hatten und sich daran erinnerten, daß ich ja sowas sammle. Es sind dann auch ein paar ungewöhnliche Stücke darunter gelandet.

Die ersten PCs baute IBM bekanntermassen ja mit dem 8086. Von denen ist mir noch keiner zugelaufen, allerdings hatte ich die Gelegenheit, aus einem Siemens-PC-Nachbau die CPU zu räubern: ein V20 von NEC. Der war kompatibel zum 8086, hatte aber noch ein paar Extras wenn ich mich recht erinnere.

Aus meinem ersten PC entstammt ein 80286 mit sage und schreibe 10MHz: 80286 und der dazu passende Coprozessor: 80287.

Eigentlich viel bessere CPUs kamen von einem anderen Hersteller: 68000. Mit 32Bit waren die wohl ihrer Zeit voraus, man wird ja auch niemals mehr als 640KB im PC brauchen, wozu dann 32Bit?

Dieses Exemplar eines 80188 habe ich aus einem Drucker gerettet. Die 8018x-Prozessoren wurden meines Wissens nie in PCs verbaut, sondern waren als Controller gedacht. In die gleiche Kategorie gehören dann z.B. der V25 und der V40 von NEC (irgendwo müßte ich eigentlich auch noch das eine oder andere Exemplar davon haben).

Den Aufstieg in die 386er-Klasse habe ich dann mit einem 386SX gewagt: 386SX und der passende Coprozessor: Cyrix 83S87, ein 387er, der schneller sein sollte als das Original.

Danach kamen die 486er: Die von Intel hatten 33MHz, AMD legte einen drauf und machte 40MHz draus. Gleiches Spiel mit den DX2-Varianten, da wurde die Taktfrequenz (bei den PC-Porozessoren erstmalig) intern verdoppelt, also 66MHz bzw. 80MHz. Es gab dann noch etwas später den DX4 mit vier^h^h^h^hdreifacher Taktfrequenz (ist ja auch logisch, oder?). AMD hats dann später richtig gemacht und den "DX5" mit vierfacher Taktfrequenz nachgelegt. In dieser Form steckte der in PC/104-Modulen in Meßgeräten, die ich damals entwickelt habe. Spätere Module hatten dann diesen hier drauf: AMD Elan SC520.

Die 586er hießen dann auf einmal Pentium. Es gab welche mit 60MHz und FDIV-Bug (wer einen übrig hat, ich suche noch einen), und danach welche, die auch richtig dividieren konnten. Davon hat sich eine ganze Menge bei mir angesammelt. Mein größter Coup war damals ein richtig teurer Pentium MMX, der paßte nämlich in das Pentium-Mainboard und versprach mehr Leistung. Wieviel mehr das wirklich war, weiß ich nicht mehr so recht. Irgendwann waren die auch Schnee von gestern und landeten in meiner Sammlung.

Wenn ich mich recht erinnere, paßten die K6er von AMD auch in die Pentium-Mainboards. Da mußte ich natürlich den dollsten haben: K6-III. Es ist mir dann auch noch ein K5 zugelaufen. Bei diesen hat AMD bei den Taktfrequenzen geschummelt: die Angabe PR166 sollte bedeuten, daß diese CPU so schnell sei, wie ein Pentium 166, tatsächlich war die Taktfrequenz niedriger.

Intel hat dann mal kräftig ausgeholt und solche Klötze gebaut. In dem Gehäuse waren 2 Chips: die CPU und ein Cache-RAM. Ich glaube, die sind nie so arg populär geworden, man hat sie jedenfalls eher selten gesehen.

Es begann die Ära der Slot-CPUs: Pentium 2, Pentium 3 und AMD K7. Die P2 und die K7 waren noch komplett eingehaust, was drinnen steckt, sieht man hier: offener P2 - in der Mitte die CPU, eingerahmt von 2 Cache-RAMs und auf der Rückseite der Cache-Controller. Dieses Exemplar eines K7 von AMD war da schon sparsamer. Die Steckerleisten sehen ähnlich aus, waren aber nicht kompatibel. Bei den P3 gab es welche mit viel Innenleben und welche mit eher wenig Innenleben.

Warum also nur noch einen Chip in eine Slot-CPU stecken, dachten sich wohl Intel und AMD, und so gab es ab Pentium 3 auch wieder welche für den klassischen Sockel: gesockelter P3, leicht überhitzt.

AMD nannte dann seine Prozessoren Athlon. Besonderes Kennzeichen dieser Chips war das offenliegende Die (man sieht die Rückseite). Der Kühler mußte mit Wärmeleitpaste und ohne zu verkanten montiert werden. Wie diese Webseite Dau-Alarm dokumentiert, gelang das wohl nicht jedem. Ein "versilbertes" und ein überhitztes Exemplar hat es auch in meine Sammlung geschafft. In meinem PC war natürlich dieser hier JIUHB drin. Das Buchstabenkürzel "JIUHB" stand für "freie" Übertaktbarkeit.

In die Generation P3 paßt meines Wissens auch dieser hier: C3. Besonders Kennzeichen war, daß man damit PCs mit recht geringer Leistungsaufnahme bauen konnte, so man ein passendes Mainboard hatte.

Nach dem Pentium 3 kam (na logisch, oder) der Pentium 4, wieder mit Deckel über dem Chip. Besonderes Kennzeichen: Riesige Kühler, diese CPUs waren am Besten als Heizung zu verwenden. Damit begründete Intel auch den massiven Deckel und nannte ihn "Heat Spreader", also Hitzeverteiler.

Bevor der olle "Quatsch-Core"-PC seiner Endbestimmung zugeführt wurde, habe ich noch dieses Exemplar gerettet: Core 2 Quad. Die Core 2 sind wohl zwischen den Pentium 4 und den Core i anzusiedeln.

Spätestens ab dem P2 gab es für Serveranwendungen auch die Xeons. Hier einer aus der Generation P2: P2-Xeon. Leicht zu erkennen an dem riesigen Gehäuse (ungefähr doppelt so groß wie ein P2). Ein späteres Exemplar aus (wahrscheinlich) der Generation P4: P4-Xeon. Davon steckten 2 in dem Server, mit Hyperthreading hatte man dann unglaubliche parallele 4 Threads auf der Maschine mit ordentlich viel Heizwirkung (den Raum wo dieser Server stand, mußte man nie heizen).

Zeitlich irgendwo in die Gegend des P4 gehört dieser hier: AMD Opteron. Wenn ich mich recht erinnere, ist dieser hier ein Dual-Core-Exemplar.

Damals exotisch, heute kennen sie wahrscheinlich nur noch echte Insider: Transputer. Es gab eine eigens erdachte Programmiersprache dafür: Occam. Die Besonderheit der Transputer war, daß sie Links hatten, mittels derer einfach eine Matrix von vielen Prozessoren aufgebaut werden konnte. Sinn und Zweck der Übung war massive Parallelverarbeitung, daher auch die eigene Programmiersprache, die dies unterstützte.

Aus der grauen Vorzeit stammt dieser hier: 6502. Viele populäre Computer basierten darauf, so z.B. der Apple (ich hatte einen Apple //e, jawohl!), der VC20 und der C64. Um mal bei dem Apple II zu bleiben, dafür gab es eine Einsteckkarte mit diesem Kollegen: Z80. Da lief dann auf einmal auf einer ganz anderen CPU ein ganz anderes Betriebsystem (nämlich CP/M) in der gleichen Kiste!

Ursprünglich wurde der Z80 von Zilog hergestellt, fand aber viele Nachahmer, unter anderem diese hier im Osten: ein DDR-Z80

Ja, und sowas gab es damals auch: ein 68HC05 mit Fenster zum Löschen des EPROMs. Andere Kollegen hatten es mit diesem Exemplar leichter, hier konnte man auf den Prozessor ein EPROM oder einen EPROM-Emulator aufstecken. Noch zwei Exemplare mit Löschfenster (da kann man so schön auf den Chip gucken): ein 8748 und noch ein 8748.

Zu diesen beiden Prachtexemlaren hier: LIA3261 und LIA3927 habe ich die vage Vermutung, daß dies Bit-Slices sind, also Teile aus denen man CPUs in "passender" Ausführung und Datenbreite bauen konnte, ich kann dies aber nicht bestätigen.

Wo wir gerade bei den Prachtexemplaren sind, keine CPU, aber was viel dolleres: ein FPGA im richtig "dicken" PGA-Gehäuse.

hier nochmal alle:

Z80-Originale von Zilog (CPU und drumherum)
Z80-Nachbauten aus der DDR
68000
8086 (V20) und Peripherie
186
286
386
486er von Intel
486er von AMD
sonstige 486er
Pentium
Pentium MMX
Pentium Pro
Ein K5 von AMD
K6 von AMD
Pentium 2
Celeron auf Basis des P2
Ein Xeon aus der P2-Familie
K7 von AMD
Pentium 3
Celerons aus der P3-Familie
Ein C3 von Via
Pentium 4
Celerons aus der P4-Familie
Ein Xeon aus der P4-Ära
Core 2
AMD Athlon
AMD Duron
AMD Opteron
Atom
Diverse
Ein AMD SC520
Transputer
... und ein Zaehlpixel hab ich auch :-)